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Die
Apo des Kapitals
Als
überparteiliche Reformbewegung definiert sich die „Initiative Neue
Soziale Marktwirtschaft“. Tatsächlich handelt es sich um eine
PR-Maschine zur Bekehrung der deutschen Wähler
30.10.2004 - Von Harald Schumann
(Autor von „Die Globalisierungsfalle“) - Wieder schlägt
ein prominenter Redner denselben Pflock ein, diesmal ist es Lord Ralf
Dahrendorf. „Die alte Soziale Marktwirtschaft ist am Ende“, erklärt
der Altvater des europäischen Liberalismus den gut 200 geladenen Gästen
der „Ludwig-Erhard-Lecture" am vergangenen Donnerstag im repräsentativen
Innenhof einer Konzernvertretung nahe dem Berliner Gendarmenmarkt. Das
„System der sozialen Sicherheit“ überfordere „die Leistungsfähigkeit
der Steuerzahler“, führt Dahrendorf zur Begründung an. Ein beifälliges
Raunen geht durch den Saal, und in der zweiten Reihe quittiert ein
freundlich lächelnder Endfünfziger mit Kinnbart die markanten Sätze mit
einem leichten Nicken: Dieter Rath, der Organisator der Veranstaltung, hat
einen Kronzeugen mehr für seine Botschaft. Und das Sammeln von
einflussreichen Botschaftern ist sein Geschäft. Denn Rath ist Chef der
„Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM), eines in Deutschland
einzigartigen Unternehmens.
Rath und seine Leute definieren sich als „überparteiliche
Reformbewegung von Bürgern, Unternehmern und Verbänden“, die gegen den
„Abwärtsstrudel aus hohen Arbeitskosten, unfinanzierbaren
Sozialsystemen und dauerhafter Wachstumsschwäche“ streitet. Doch das
Etikett Bewegung ist irreführend. Tatsächlich handelt es sich um eine
straff geführte, professionelle PR-Maschine, die wie keine andere den
politischen Diskurs der Republik maßgeblich beeinflusst. Da ist die
Dahrendorf-Ansprache nur der jüngste Baustein eines ganzen Systems.
Der ganze
Artikel: http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/30.10.2004/1450291.asp
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