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Ein-Euro-Jobs
verdrängen Stellen Wirtschaftsministerium räumt Gefahr für das Reinigungsgewerbe ein Handwerk fordert sofortigen Stopp der Zusatzjobs 24.11.2004 -
Matthias Loke – Berliner Zeitung - Die Bundesregierung hat
eingeräumt, dass die im Zuge der Arbeitsmarktreformen eingeführten
Ein-Euro-Jobs zur Verdrängung von regulären Jobs führen können. In
einem Schreiben des Bundeswirtschaftsministeriums an den
Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks betont Staatssekretär
Rudolf Anzinger: "Ich teile Ihre Befürchtungen zu möglicherweise
angedachten Arbeitsgelegenheiten im Reinigungsgewerbe". Anzinger
nimmt damit Bezug auf ein Schreiben des Verbandes an die beiden
Bundesminister Ulla Schmidt (Gesundheit) und Wolfgang Clement
(Wirtschaft), in dem die Innung befürchtet, dass die Förderung dieser so
genannten Ein-Euro-Jobs Verdrängungsmechanismen auf dem normalen
Arbeitsmarkt in dieser Branche auslöst. Der Staatssekretär, der im
Auftrag der beiden Minister antwortet, erklärt weiter, dass Ein-Euro-Jobs
eingerichtet werden können, wenn die Voraussetzung des öffentlichen
Interesses der geförderten Arbeit gewährleistet sei. Das bedeutet, das
Ergebnis der Arbeit müsse dem Gemeinwohl und "nicht den
wirtschaftlichen Interessen Einzelner zugute kommen". Zugleich müsse
ausgeschlossen werden, dass durch die Förderung bestehende oder die
Schaffung neuer Arbeitsplätze gefährdet werde. Anzinger betont:
"Nach meiner Einschätzung liegen Reinigungsleistungen regelmäßig
nicht im öffentlichen Interesse". Im Regelfall würde daher die Förderung
von Zusatzjobs im Reinigungsgewerbe "negative Auswirkungen" auf
dem Arbeitsmarkt entfalten. Der Zentralverband des
Deutschen Handwerks forderte die Regierung auf, die Ein-Euro-Jobs sofort
zu stoppen. Präsident Dieter Philipp sagte: "Die Bundesregierung
merkt offenbar, welche bösen Geister sie hier gerufen hat. Ein-Euro-Jobs
bringen Wettbewerbsverzerrungen, sie sorgen für Mitnahmementalität und
provozieren Drehtüreffekte nach dem Motto: Langzeitarbeitsloser in
subventionierte Beschäftigung, regulärer Beschäftigter in
Arbeitslosigkeit." Das Handwerk verliere in diesem Jahr 178 000 Beschäftigte
aufgrund des konjunkturellen Abwärtstrends. Philipp: "Diese
Entwicklung wird jetzt von Staats wegen gefördert." Über sechs Milliarden Euro
würden laut Philipp für die Zusatzjobs zur Verfügung gestellt. Damit
werde "ein künstliches Arbeitsfeld ausgebaut und mit
Steuermilliarden verfestigt, das letztlich kaum wirksam zu
kontrollieren" sei. "Angesichts dieser Dimensionen muss man
fragen, ob sich die Bundesregierung endgültig von der Hoffnung
verabschiedet hat, die Arbeitslosen wieder regulär in Arbeit und Brot zu
bringen", erklärte Philipp. "Wir brauchen Reformen und
Investitionen, die Wachstum der Wirtschaft ermöglichen und so für mehr
Arbeitsplätze sorgen. Wir brauchen keine künstliche Beschäftigung, die
die Beitragskasse der Sozialversicherungen weiter plündert und
Steuermilliarden ohne erkennbare Wirkung verpulvert." Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/wirtschaft/398020.html
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