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Neuer Zuverdienst bei ALG II:
Was bleibt übrig?
6.6.2005 -
Langzeitarbeitslose
dürfen künftig mehr Geld zusätzlich zum Arbeitslosengeld II verdienen. Der
Bundestag billigte mit den Stimmen von Rot-Grün und der Union eine
entsprechende Neuregelung der Freibeträge.
Ab Oktober 2005 sind
Brutto-Einkommen bis zu 100 € anrechnungsfrei. Der Absetzbetrag von
100 € ersetzt pauschal alle Aufwendungen für die Erzielung des Einkommens
(zum Beispiel Fahrkosten), egal wie hoch sie waren. Ab einem
Brutto-Einkommen von 400 € werden nachgewiesene Aufwendungen, die 100 €
übersteigen, in der tatsächlichen Höhe übernommen.
Für Brutto-Einkommen, das
100 € überschreitet, wird ein zusätzlicher Freibetrag gewährt. Für
den Einkommensanteil von mehr als 100 € bis zu 800 € beträgt er 20 Prozent,
für den Anteil von mehr als 800 € 10 Prozent.
Die anrechnungsfreie Zuverdienstgrenze liegt für
Bedarfsgemeinschaften ohne Kind bei 1200 € und für Bedarfsgemeinschaften mit
Kindern bei 1500 € brutto. Darüber hinaus gehendes Einkommen wird
vollständig angerechnet.
"Faustformeln"
zur Berechnung des
anrechnungsfreien Zuverdienstes ab 1. Oktober 2005
Brutto-Einkommen bis 800 €:
100 € + (20
Prozent vom Brutto-Einkommen minus 100 €) = anrechnungsfreier Zuverdienst
Brutto-Einkommen von 800 €
bis 1200 €* /1500 €**:
240 € + (10
Prozent vom Brutto-Einkommen minus 800 €) = anrechnungsfreier Zuverdienst
Brutto-Einkommen
über 1200 €* / 1500 €*
280 €* / 310 €** = anrechnungsfreier Zuverdienst
*Bedarfsgemeinschaften ohne Kind
** Bedarfsgemeinschaften mit Kind
Die Rechenschritte im
Einzelnen:
- Ausgangspunkt:
Brutto-Einkommen
Absetzbetrag:
bis 400 € Brutto-Einkommen: pauschal
100 €
mehr als 400
€ Brutto-Einkommen: in Höhe der nachgewiesenen Aufwendungen,
mindestens 100 €
- Freibetrag bis
800 €:
20 Prozent vom den Absetzbetrag übersteigenden
Brutto-Einkommen
- Freibetrag 800 bis
1200 €* / 1500 €**:
20 Prozent vom den Absetzbetrag übersteigenden Brutto-Einkommen von
bis zu 800 € zuzüglich 10 Prozent des Brutto-Einkommens über 800 €
-
Anrechnungsfreier Zuverdienst
Brutto-Einkommen minus Absetzbetrag und Freibetrag
- Anrechnungsbetrag
auf das ALG II
Brutto-Einkommen minus anrechnungsfreien Zuverdienst
Beispiele:
Anrechnungsfreier
Zuverdienst
(voraussichtlich ab 1.10.2005)
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Brutto-Einkommen
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Absetz-
betrag |
Frei-
betrag |
Anrechnungsfreier Zuverdienst |
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BG ohne Kind
|
BG mit Kind
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100 € |
100 € |
- € |
100 € |
100 € |
|
200 € |
100 € |
20 € |
120 € |
120 € |
|
300 € |
100 € |
40 € |
140 € |
140 € |
|
400 € |
100 € |
60 € |
160 € |
160 € |
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500 € |
mindestens
100 €
|
80 € |
180 € |
180 € |
|
600 € |
mindestens
100 €
|
100 € |
200 € |
200 € |
|
700 € |
mindestens
100 €
|
120 € |
220 € |
220 € |
|
800 € |
mindestens
100 €
|
140 € |
240 € |
240 € |
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900 € |
mindestens
100 €
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140 € + 10 €
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250 € |
250 € |
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1.000 € |
mindestens
100 €
|
140 € + 20 €
|
260 € |
260 € |
|
1.100 € |
mindestens
100 €
|
140 € + 30 €
|
270 € |
270 € |
|
1.200 € |
mindestens
100 €
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140 € + 40 €
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280 €
gilt auch für
Einkommen über 1200 € |
280 € |
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1.300 € |
mindestens
100 €
|
140 € + 50 €
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290 € |
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1.400 € |
mindestens
100 €
|
140 € + 60 €
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300 € |
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1.500 € |
mindestens
100 €
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140 € + 70 €
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310 €
gilt auch für
Einkommen über 1500 € |
Anmerkung:
Der „anrechnungsfreie
Zuverdienst“ steht als Haushaltseinkommen insoweit nicht zur Verfügung, als
zum Beispiel tatsächlich Werbungskosten anfallen oder Beiträge in einen
Riester-Sparplan gezahlt werden (siehe § 11 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 bis 5 SGB
II).
Zum
Nachlesen:
Gesetz zur Neufassung der Freibetragsregelungen
für erwerbsfähige Hilfebedürftige (Freibetragsneuregelungsgesetz)
(pdf-Datei, 72 KB)
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