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Hartz-Reformen werden zum
Debakel
Studie im Auftrag der Bundesregierung: Viele Maßnahmen wirkungslos
27.12.2005 – Ende des Jahres 2005 sollten die Arbeitslosenzahlen in
Deutschland um zwei Millionen gesenkt sein. So versprach es der Namensgeber
der so genannten Arbeitsmarktreformen, Peter Hartz, im August 2002. Daraus
ist nichts geworden. Inzwischen häufen sich in der Wissenschaft die
Einschätzungen, dass große Teile der Hartz-Reformen dauerhaft ins Leere
laufen. Das „Handelsblatt“ berichtet heute von einer entsprechenden
Bewertung der rot-grünen Gesetzespakete Hartz I bis III, die im Auftrag der
Bundesregierung vom Wissenschaftszentrum Berlin sowie den
Wirtschaftsforschungsinstitute DIW, RWI und ZEW durchgeführt wurde.
Besonders schlecht kommen nach dieser Studie die Personal-Service-Agenturen
(PSA) weg, die einst als Herzstück der Reformen galten. Die PSA übernehmen
Arbeitslose und leihen diese an Unternehmen aus mit dem Ziel einer
Festanstellung. „Der Einsatz in einer PSA verlängert im Vergleich zur
Kontrollgruppe die durchschnittliche Arbeitslosigkeit um fast einen Monat“,
heißt es. Zudem verursache jeder Arbeitslose, der an eine PSA überwiesen
wird, Mehrkosten in Höhe von 5700 Euro. Für die meisten Bausteine von Hartz
I bis III konnten die Forscher keine Verbesserung der Qualität und
Schnelligkeit der Arbeitsvermittlung nachweisen. Dass die Reformen die
Arbeitslosigkeit verkürzt hätte, sei auch nicht erkennbar.
So seien zum Beispiel die Vermittlungsgutscheine „kein geeignetes
Instrument, um eine Integration in den Arbeitsmarkt zu befördern“. Der
Vermittlungsgutschein ermöglicht es Arbeitslosen, die Dienstleistungen
privater Arbeitsvermittler in Anspruch zu nehmen. Auch die erleichterte
befristete Einstellung älterer Arbeitnehmer sei wirkungslos verpufft. Die
Einführung der Mini-Jobs habe zwar zu einer Ausweitung der geringfügigen
Beschäftigung gesorgt, doch die Arbeitslosen hätten davon nicht profitiert.
Der Übergang von Mini-Jobs in reguläre Jobs sei eher die Ausnahme. Überdies
sei der Nutzen zahlreicher, meist teurer Instrumente der aktiven
Arbeitsmarktpolitik überaus zweifelhaft: Mit Blick auf die Förderung der
beruflichen Weiterbildung, Lohnsubventionen und Arbeitsbeschaffungsprogramme
schreiben die Forscher, dauerhafte Arbeitsmarkteffekte dieser Maßnahmen
seien nicht nachweisbar.
Besser fällt das Urteil für die Existenzgründer-Förderung aus. Vor allem das
Überbrückungsgeld, aber auch die Ich-AG „erweisen sich als erfolgreiche
Instrumente der Arbeitsmarktpolitik“, heißt es. Die Ich-AG jedoch wird in
ihrer jetzigen Form voraussichtlich nicht mehr lange Bestand haben.
Bundestag und Bundesrat setzten bereits eine Befristung dieses
Arbeitsmarktinstruments bis zum 30. Juni 2006 durch. Danach soll geprüft
werden, ob Ich-AG und Überbrückungsgeld zu einem neuen Instrument
zusammengefügt werden können.
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