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Grüne wollen steuerfinanzierten dritten
Arbeitsmarkt
29.6.2006 - Reuters
- Die Grünen wollen etwa 400.000 Langzeitarbeitslosen durch eine dauerhafte
Beschäftigung in einem steuerfinanzierten dritten Arbeitsmarkt eine neue
Perspektive geben.
Für
viele Langzeitarbeitslose sei es derzeit aussichtslos, den Sprung in den
regulären Arbeitsmarkt zu schaffen, schreiben die Arbeitsmarkt- und
Sozialexperten der Bundestagsfraktion, Brigitte Pothmer und Markus Kurth, in
einem am Mittwoch verbreiteten Grundsatzpapier.
Die Grünen seien daher für eine langfristige, sozialversicherungspflichtige
Beschäftigung als Förderleistung im Rahmen des Arbeitslosengeld-II-Systems.
Zum einen sollten langfristige, gemeinnützige Arbeitsplätze im öffentlichen
Sektor gefördert werden. Zudem solle das Vorbild der Integrationsfirmen, die
mit staatlicher Hilfe behinderte Arbeitnehmer beschäftigen, auf
Langzeitarbeitslose übertragen werden.
Bundesweit könnten binnen zwei Jahren etwa 50.000 so genannte
Integrationsarbeitsplätze geschaffen werden. Überlegungen für einen dritten
Arbeitsmarkt gibt es auch bei der Bundesagentur für Arbeit. Die Behörde will
noch in diesem Jahr ein Konzept vorlegen für jene Arbeitslose, die auf dem
regulären Arbeitsmarkt auf Dauer keine Chance mehr haben.
Die Grünen gehen davon aus, dass ihre Vorschläge ohne Mehrkosten
realisierbar seien. Die bisher in passive Leistungen wie das
Arbeitslosengeld II investierten Mittel und Aufwendungen etwa für die
Ein-Euro-Jobs würden in ein Arbeitsentgelt für die Beschäftigten umgewidmet.
Letztlich sei es eine Frage der Würde, dass auch Langzeitarbeitslosen
ermöglicht werde, wieder zu arbeiten. Das Ziel, auch diese Menschen in den
ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, dürfe aber nicht aufgegeben werden.
Langfristige Förderung sei nicht gleichzusetzen mit einem hermetischen
Ausschluss vom Arbeitsmarkt. Arbeitslose unter 25 Jahren gehörten nicht zur
Zielgruppe. Für sie gelte der Vorrang der Integration in den regulären
Arbeitsmarkt.
Das komplette Positionspapier „Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanzieren“
>> Download (PDF, 103 KB)
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