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Für
ein Leben in Würde - Regelsatzerhöhung jetzt!
Kundgebung am 16. Juni um 11 Uhr, Platz des 18. März am Brandenburger Tor
30.5.2008 - Frank Steger - Berliner Arbeitslosenzentrum
Anlässlich der Anhörung im Bundestag zum Regelsatz in der Sozialhilfe und
bei Hartz IV veranstaltet der Koordinierungskreis gewerkschaftlicher
Arbeitslosengruppen beim DGB Region Berlin am Montag, dem 16. Juni 2008 um
11 Uhr auf dem Platz des 18. März (westlich vor dem Brandenburger Tor) eine
Kundgebung. Die Veranstaltung soll der Forderung nach einer Erhöhung der
Regelleistungen im Arbeitslosengeld II Nachdruck verleihen. Das Berliner
Arbeitslosenzentrum unterstützt die Aktion.
In den Aufrufen zur Kundgebung heißt es:
Der für ALG-II-Empfänger festgelegte Regelsatz reicht nicht! Schon gar nicht
für eine Teilhabe am öffentlichen Leben. Um menschenwürdige
Lebensverhältnisse zu sichern, bedarf es der (längst überfälligen) Anhebung
der Regelleistung für den Lebensunterhalt, auf der Grundlage realer
Lebenshaltungskosten. Als ersten Schritt fordern wir, die Regelsätze für
Kinder wieder nach Alter zu staffeln, damit die Kosten für Schulsachen und
altersbedingte Bedarfe abgedeckt werden.
Wir stellen fest:
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„Armut
wächst“ - weltweit und in Deutschland. Arm und reich fallen immer weiter
auseinander, allein in Ostdeutschland sind 25% dem „abgehängten Prekariat“
zuzuordnen.
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Existenzangst und Angst vor Erwerbslosigkeit erreichen inzwischen auch die
Mittelschichten und zwingen Menschen, eine Beschneidung ihrer Rechte und
Einkommen hinzunehmen.
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Immer
mehr Menschen werden arm trotz Arbeit. In Deutschland erhalten ca. 1,2
Millionen Haushalte ergänzendes Arbeitslosengeld II, weil sie zu wenig
verdienen.
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Erwerbslosigkeit schließt Menschen von gesellschaftlicher Teilhabe aus. Von
den fehlenden und verschwundenen Arbeitsplätzen hat sich die öffentliche
Wahrnehmung auf die Arbeitslosen selbst als Ursachen der Misere verlagert.
Erwerbslose werden als „Schmarotzer“ stigmatisiert.
Kinderarmut hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Mussten im Jahr
1980 nur 2,1% und im Jahr 2002 noch 6,6% aller Kinder in Deutschland als arm
angesehen werden, ist dieser Anteil jetzt auf 15 % angestiegen. Dabei dürfte
die tatsächliche Zahl deutlich höher liegen, denn statistisch erfasst sind
nur diejenigen, die staatliche Transferleistungen erhalten. Viele andere
nehmen diesen Anspruch nicht wahr oder liegen mit ihrem Familieneinkommen so
knapp über dem Existenzminimum, dass sie der Armutsfalle trotz Arbeit nicht
entkommen. In Deutschland ist die relative Kinderarmut seit 1990 stärker
gestiegen als in den meisten anderen Industrienationen. Diese Entwicklung
ist ein Zeichen dafür, dass in unserer Gesellschaft die Schere zwischen arm
und reich immer weiter auseinander geht.
Wir fordern Arbeit mit
einem Lohn, der uns einerseits vor Altersarmut schützt, unserer Leistung
sowie Ausbildung entspricht, und damit gesunde Ernährung, Bildung sowie eine
gesellschaftliche Teilhabe für uns und unsere Kinder ermöglicht. Und für
alle, für die dies nicht möglich ist: Regelsatzerhöhung jetzt! Mindestens
420 € sollten’s sein, wir bringen’s auch nicht nach Liechtenstein!
Kommt zu unserer Kundgebung!
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