KAMPAGNEN  Beratungsbus
 

Aktion „Irren ist amtlich – Beratung kann helfen“
Jobcenter-Tour 2009 erfolgreich abgeschlossen

03.07.2007 – Frank Steger, Berliner Arbeitslosenzentrum

Sechs Wochen lang tourte das Berliner Arbeitslosenzentrum evangelischer Kirchenkreise (BALZ) mit dem Beratungsbus der Berliner Wohlfahrtsverbände vor den zwölf Jobcentern der Hauptstadt, um Arbeitsuchende und Geringverdiener zu ihren Fragen zum Arbeitslosengeld II zu beraten. Die Aktion endete heute vor dem Jobcenter in Berlin-Spandau.

Insgesamt zählten die Berater des BALZ und anderer Sozialberatungsstellen mehr als 900 Beratungen am Bus. Ein besonderer Schwerpunkt lag in diesem Jahr beim Thema Wohnen und Hartz IV. Hintergrund: Fast vier von zehn Hartz-IV-Empfängern in Berlin leben inzwischen in Wohnungen, die aus Sicht der Jobcenter zu teuer sind. Eine Umfrage am Beratungsbus unter mehr als 560 Ratsuchenden ergab, dass die Hartz-IV-Verwaltung bei mehr als 30 Prozent der befragten Leistungsberechtigten nicht mehr die vollständigen Kosten der Wohnung übernimmt. Jeder Zweite in der betreffenden Personengruppe finanziert den Fehlbetrag aus seiner Hartz-IV-Leistung und rutscht so unter das staatlich zugesicherte Existenzminimum. Gleichzeitig legt die Behörde Umzugswilligen erhebliche Hemmnisse in den Weg.

Nach Einschätzung von Frank Steger, der die Aktion nach 2007 und 2008 zum dritten Mal koordinierte, liegen Licht und Schatten bei den Jobcentern eng bei einander. Während sich beispielsweise am Standort Sonnenallee des Jobcenters Neukölln regelmäßig Schlangen von mehr als 100 Meter Länge bildeten, erfolge die Betreuung in der Eingangszone im Jobcenter Friedrichshain-Kreuzberg nahezu reibungslos. „Lob verdient dort auch die Arbeit der Widerspruchsstelle, die in mehr als 98 Prozent der Fälle eine Bearbeitung im Rahmen der gesetzlichen Frist von drei Monaten bewältigt. Das ist in Berlin leider einmalig“, betont Steger.

Die in den Vorjahren erkennbaren Vorbehalte gegenüber dem Beratungsangebot vor dem eigenen Haus sind bei dem Leitungspersonal kaum noch anzutreffen. Fünf Mal wurden die Berater im Rahmen der Aktion zu Gesprächen eingeladen. In Spandau ermöglichte der Jobcenter-Leiter dem Beratungsteam, Anfragen zu Einzelfällen direkt bei ihm vorzutragen. Der Vorsitzende des BALZ führt diese veränderte Haltung auch auf das intensive Interesse in der Öffentlichkeit an der Arbeit der Jobcenter zurück. Dazu habe auch die mobile Beratungsaktion beigetragen.

 

Auswertung der Umfrage: Wohnen mit Hartz IV

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