STELLUNGNAHMEN
 

Sparprogramm:
Ulrich Schneider "Streichaktion ist kaltherzig"

8.6.2010 – Süddeutsche Zeitung - Interview: Melanie Ahlemeier

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, über das Sparpaket der Bundesregierung und mögliche Demos im Sommer.

sueddeutsche.de: Herr Schneider, der Bund spart sich das Elterngeld für Hartz-IV-Familien. Werden Arbeitsunwillige so aus der sozialen Hängematte, die manche kritisieren, verscheucht?

Ulrich Schneider: In der sozialen Hängematte lebt es sich nicht bequem, im Gegenteil. Jeder, der selber Kinder hat, weiß, dass man mit den Regelsätzen keine Chance hat, um über den Monat zu kommen. Betroffen sind viele alleinerziehende junge Frauen, die gerade ein Kind zur Welt gebracht haben. Ihnen muss man das Erziehungsgeld lassen, weil die Not sonst unerträglich ist. Darum habe ich überhaupt kein Verständnis dafür, dass ausgerechnet bei dieser Gruppe das Erziehungsgeld gekürzt wird und die jungen Mütter in die Verzweiflung getrieben werden. Diese Streichaktion ist kaltherzig.

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