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ALTERNATIVE KONZEPTE | ||
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Armutsbekämpfung 12.10.2010 - Frank Steger Franz Segbers, Professor für Sozialethik in Marburg, hat im September in einem Zeitfragen-Gottesdienst der Ernst-Moritz-Arndt-Kirchengemeinde in Berlin-Zehlendorf einen bemerkenswerten Vortrag zum Thema Armut in einem reichen Land und die Aufgaben von Kirche und Diakonie gehalten. Segbers unterscheidet zwischen einer samaritischen und einer diakonischen Kirche. Die samaritische beschränkt sich auf Akte der Barmherzigkeit. Sie organisiert Tafeln, Kleiderkammern und andere Projekte aktiver Mildtätigkeit. "Das Engagement einer samaritischen Kirche wird zwar als innovatives Element einer aktiven Bürgergesellschaft gefeiert, ermöglicht aber erst den Abbau von Sozialstaat und sozialen Rechten. Sie will in der Not helfen, gerät dabei aber in eine Barmherzigkeitsfalle und begleitet den sozialpolitischen Rückschritt von der Armutsbekämpfung zur Armenfürsorge", gibt Segbers zu bedenken. Seine Forderung: Kirche und Diakonie müssen in der Not helfen und zugleich dafür sorgen, dass die Menschen zu ihrem Recht kommen. Eine diakonische Kirche antworte auf Armut, indem sie Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit zusammenhalte. Nach biblischer Auffassung sollten die Armen nicht angewiesen sein auf die offenen Hände der Reichen, nicht auf deren Barmherzigkeit. Auf Barmherzigkeit müsse man hoffen und dankbar sein, auf Recht habe man einen Anspruch, betont der Theologe und Sozialethiker. Sein Fazit: "Solange die Politik in ihrer Aufgabe versagt, Armut und sozialstaatliche Unterversorgung in einem reichen Land zu vermeiden, braucht eine diakonische Kirche eine Doppelstrategie: in der Not helfen und politisch alles tun, um aus der Not heraus zu helfen. Das aber kann sie nur, wenn sie zu einer Gerechtigkeitsbewegung wird." Download: |
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