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Migrantenberatungsstelle des DGB
Nahezu 100 Prozent fehlerhafte Hartz-Bescheide
13.1.2011 Pressemeldung
DGB Berlin-Brandenburg
Nur mit qualifiziertem Personal, funktionierender Software und der
Reduzierung der Fallzahlen sei eine sorgfältige und möglichst fehlerfreie
Betreuung von Erwerbslosen in den Jobcentern zu garantieren. So die
DGB-Vorsitzende von Berlin und Brandenburg, Doro Zinke. Sie verweist auf die
Migrantenberatungsstelle für Hartz-Empfänger im DGB-Haus: Von den 614 dort
in 2010 betreuten Ratsuchenden hatte nahezu jeder fehlerhafte Bescheide o.ä.
von den Jobcentern erhalten. Das Klagepotenzial liege auf der Hand. Vor
allem ging es um abgelehnte Weiterbildungsbescheide, Mietprobleme oder
falsch berechnete Zuwendungen für Bedarfsgemeinschaften.
Das sei skandalös, so Zinke und zeige, dass die Beschäftigten in den
Jobcentern überfordert seien und die mangelhafte Betreuung den Erwerbslosen
zusätzliche Probleme auflade. Anstatt der gesetzlichen Verpflichtung zur
Beratung nachzukommen regiere häufig die Willkür.
Skeptisch sieht die DGB-Vorsitzende auch den Vorschlag der Präsidentin des
Sozialgerichts, Gerichtsgebühren für Jobcenter wieder einzuführen.
Schließlich fehlten den Sozialkassen dadurch anschließend Millionen Euro an
Versichertenbeiträgen, wenn sie die Gebühren zahlen sollten: Löcher stopfen
und dabei andere Löcher aufreißen, das sei keine soziale Politik, so Doro
Zinke.
Wenn zudem die Kommunen an den Miet- und Heizkosten herumdokterten und 28
Prozent der Finanzmittel für die Integration in den ersten Arbeitsmarkt
gestrichen würden, gerieten Arbeitslose mehrfach unter Druck. So löse sich
das Problem der Arbeitslosigkeit nicht, sagte die DGB-Chefin. Die Politik
sei mit ihrem Latein am Ende, wenn die Daumenschrauben bei den Erwerbslosen
immer stärker angezogen würden.
http://www.berlin-brandenburg.dgb.de/article/articleview/7815
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