Landesarmutskonferenz Berlin
Soziale Wohnraumversorgung für Berlin
9.5.2011 – Frank Steger
Durch Zuzug und Haushaltsverkleinerung ist in Berlin ein sinkender Leerstand
an Wohnraum zu verzeichnen. Die Wohnraumverknappung, insbesondere bei
kleinen Wohnungen, geht mit einer Mietpreissteigerung einher, die vor allem
bei Neuverträgen spürbar ist. Menschen mit niedrigem Einkommen werden
dadurch zunehmend aus den Innenstadtbezirken verdrängt. Die
Landesarmutskonferenz Berlin setzt dagegen das Konzept einer sozialen
Wohnraumversorgung.
In Berlin leben über 360 000 Einpersonenhaushalte mit einem Monatseinkommen
von unter 900 €, davon 192 000 Sozialleistungsempfänger. Die
Mietbelastungsquote, die die Mietkosten der Haushalte ins Verhältnis zum
Haushaltseinkommen setzt, steigt deutlich an. Bei Haushalten mit geringem
Einkommen führt eine hohe Mietkostenbelastung leicht zu prekären Lagen,
erklärt die Landesarmutskonferenz (lak) Berlin.
„Wir fordern die Politik auf, ihre drei wohnungspolitischen
Steuerungsinstrumente: Geld, Eigentum und Recht zweckmäßig und steuernd
einzusetzen. Ziel muss sein, Berlin als eine soziale Mieterstadt mit
bezahlbaren Wohnungen zu erhalten. Einer sozialen Entmischung der Bezirke
und Quartiere muss entgegengewirkt werden.“, so die beiden Sprecherinnen der
Landesarmutskonferenz Susanne Kahl-Passoth und Barbara John bei der
Vorstellung eines Positionspapiers. Die lak Berlin fordert darin eine
Anpassung der Ausführungsvorschriften Wohnen an die
Wohnungsmarktentwicklung, die Stärkung des Wohnungsbestandes, den Stopp der
Umwandlung von Mietwohnungen zu Feriendomizilen und eine Ankurbelung des
gemeinnützigen und sozialen Wohnungsneubaus.
Die Landesarmutskonferenz wurde im Dezember 2009 mit dem Ziel gegründet,
alle Kräfte im Land Berlin zum gemeinsamen Kampf gegen Armut und soziale
Ausgrenzung zu bündeln. Über 50 Organisationen, darunter auch das Berliner
Arbeitslosenzentrum, waren die Gründungsmitglieder der
Landesarmutskonferenz.
» Positionspapier der Landesarmutskonferenz Berlin "Soziale
Wohnraumversorgung für Berlin!"
Quelle:
Diakonie-Portal
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