Arbeitsmarktpolitik
Scharfe Kritik an Kürzungsbeschluss zu
Hilfen für Arbeitslose
25.5.2011 – Pressemitteilung des Paritätischen
Als Politik kalter Ausgrenzung kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband
die heute durch die Bundesregierung beschlossene Reform der
arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumente. Die Reformstelle einen radikalen
Paradigmenwechsel zu Lasten der Schwächsten dar, warnt der Verband und
kündigt für nächsten Dienstag die Präsentation von Zahlen zur künftigen
Entwicklung der Beschäftigungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose an.
"Diese Instrumentenreform ist vor allem ein Sparprogramm. Die Rhetorik von
Effizienz und besserer Vermittlung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass
Beschäftigungsmaßnahmen für hunderttausende schwerstvermittelbare
Arbeitslose ganz bewusst kaputt gemacht werden", kritisiert Ulrich
Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen. Nach Schätzungen des
Verbandes sind rund 400.000 Langzeitarbeitslose so gut wie nicht mehr in den
ersten Arbeitsmarkt vermittelbar. "Auch diese Menschen haben ein Anrecht auf
Arbeit und Teilhabe. Sollte der Bundestag tatsächlich dem Kabinett folgen,
würden diese Menschen künftig arbeitsmarktpolitisch auf der Strecke bleiben.
Es ist ganz offensichtlich, dass die knappen Mittel der Arbeitsförderung auf
leicht Vermittelbare konzentriert werden sollen, um schnelle statistische
Erfolge zu erzielen", so Schneider. Der Paritätische fordert, dass der
Bundestag dieser rigorosen Abkehr von einer sozialen und integrativen
Arbeitsmarktpolitik Einhalt gebietet.
Der Verband kündigte für nächsten Dienstag die Präsentation einer Studie zur
aktuellen und künftigen Entwicklung der Beschäftigungsmaßnahmen für
Langzeitarbeitslose an. Grundlage der Studie ist eine Befragung der rund 200
Beschäftigungs- und Qualifizierungsunternehmen des Verbandes.
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