31.03.2021

Update: Corona-Sonderregelungen (Stand: 1. April 2021)

Was gilt aktuell, wenn ich Arbeitslosengeld II ("Hartz IV") oder Kinderzuschlag beantrage?

authority 1448400 640Der Bundestag hat mit den Sozialschutz-Paketen I bis III sowie weiteren Regelungen die Rechtslage für Bezieher*innen von Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende ("Hartz IV") an einigen Stellen vorübergehend verändert. Unsere Übersicht behandelt auch, wie die Corona-Soforthilfen auf das Alg II angerechnet werden.

1. "Sozialschutz-Pakete I bis III"
   1.1 Erleichterter Zugang zur Grundsicherung für Arbeitsuchende
     - Vermögen
     - Kosten der Unterkunft und Heizung
     - Vorläufige Entscheidung
     - Antragstellung
   1.2 Erleichterter Zugang zum Kinderzuschlag
   1.3 Kostenloses Mittagessen auch bei Lieferung nach Hause

2. Leistungen für benachteiligte Schülerinnen und Schüler ("Digitalpakt Schule") 

3. Weitere Änderungen in Gesetzen und Verordnungen aus Anlass der Corona-Pandemie
   3.1 Corona-Prämien für Arbeitnehmer bis 1.500 Euro anrechnungsfrei
   3.2 Keine Anrechnung des Kinderbonus
   3.3 Keine Anrechnung der November- und Dezemberhilfen sowie der  Neustarthilfe für Selbstständige als Einkommen
   3.4 Einmalzahlung an Hilfebedürftige zum Ausgleich coronabedingter Mehraufwendungen
   3.5 Keine Anrechnung von sogenanntem Maskengeld

4. Sonderregelungen zum Berlin-Pass und zum Berlin-Ticket S

5. Weisungen der Bundesagentur für Arbeit
   5.1 Alg II in der Quarantäne?
   5.2 Berücksichtigung von Corona-Wirtschaftshilfen beim Alg II
   5.3 Keine Sanktionen bei coronabedingten, wichtigen Gründen
   5.4 Vermittlerische Betreuung von Selbstständigen und Arbeitnehmern in Kurzarbeit, die pandemiebedingt Alg II erhalten

6. Anträge und Informationen im Internet
     - Arbeitslosengeld II
     - Kinderzuschlag

Download des Beitrags (deutsch und englisch) 

1. "Sozialschutz-Pakete I bis III"

Der Gesetzgeber hat sich wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie entschlossen, den Zugang zu den existenzsichernden Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II ("Hartz IV") vorübergehend zu erleichtern. Damit soll zum Beispiel Kleinunternehmern, sogenannten Solo-Selbstständigen, und Beschäftigten mit Kurzarbeitergeld, die Einkommenseinbußen infolge der Corona-Krise hinnehmen müssen, eine schnelle und unbürokratische Bewilligung von Arbeitslosengeld II (Alg II) von den Jobcentern ermöglicht werden.

Erleichterungen gelten auch beim Zugang zum Kinderzuschlag (KiZ), den Familien mit geringem Einkommen von der Familienkasse ergänzend zum Kindergeld erhalten können. Die Höhe des KiZ beträgt im Jahr 2021 maximal 205 Euro im Monat.

Vorübergehend werden Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende und der Kinderzuschlag teilweise abweichend von den bestehenden Vorschriften gewährt.

Die Neuregelungen sind Bestandteil der sogenannten Sozialschutz-Pakete des Bundes. Im Einzelnen handelt es sich unter anderem um folgende Änderungen:

1.1 Erleichterter Zugang zur Grundsicherung für Arbeitsuchende

Für Personen, deren Alg II-Bewilligung im Zeitraum vom 1. März 2020 bis einschließlich 31. Dezember 2021 beginnt, und zwar unabhängig davon, ob es sich um eine Erst- oder Folgebewilligung handelt, gilt gemäß 67 SGB II:

  • Vermögen: Für die ersten sechs Monate der Bewilligung findet ein vereinfachtes Verfahren bei der Berücksichtigung von Vermögen statt. Die Vermögensprüfung beschränkt sich in der Regel auf eine Erklärung der Antragsteller, nicht über "erhebliche" Vermögenswerte zu verfügen. Bei "erheblichem Vermögen" wird geprüft, inwieweit das Vermögen zu berücksichtigen ist.

    Nach aktueller Weisungslage der Bundesagentur für Arbeit (siehe BA-Weisung, Nummer 1.2) wird Vermögen in Anlehnung an das Wohngeldgesetz (WoGG) als "erheblich" betrachtet, wenn es die Höchstgrenzen von 60.000 Euro für das erste und 30.000 Euro für jedes weitere Mitglied der Bedarfsgemeinschaft (BG) übersteigt. Dabei wird die Gesamtsumme der Vermögen der Gesamtsumme der Höchstgrenzen aller BG-Mitglieder gegenübergestellt. Zum einzusetzenden Vermögen gehören nur Vermögensgegenstände, die sofort verwertbar sind, also insbesondere Barmittel und sonstige liquide Mittel wie zum Beispiel Einlagen auf dem Girokonto, Tagesgelder, Sparguthaben und Wertpapierdepots. Vermögen, das nicht kurzfristig verfügbar ist, wie zum Beispiel Kapitallebensversicherungen, private Rentenversicherungen oder das selbstgenutzte Wohneigentum, stellt unabhängig von seinem Wert kein "erhebliches" Vermögen dar.

    Weitere Erleichterungen bei der Vermögensprüfung gibt es laut der verwaltungsinternen BA-Weisung für selbstständig Tätige oder ehemals selbstständig Tätige: Im Rahmen der Härtefallregelung nach § 12 Abs. 3 Satz 1 Nr. 6 SGB II soll Vermögen, das die Grenzen des "Erheblichen" übersteigt, "in angemessenem Umfang" unberücksichtigt bleiben, wenn es nach den Erklärungen der Selbstständigen oder ehemals Selbstständigen zur Altersvorsorge bestimmt ist. Wurde "erhebliches" Vermögen für die Alterssicherung angespart, empfehlen wir, schon bei der Antragstellung, am besten schriftlich, darauf hinzuweisen.

    Als Altersvorsorge sollen grundsätzlich alle Vermögensarten akzeptiert werden, es sei denn, das Vermögen dient offensichtlich nicht der Altersvorsorge, wie etwa Einlagen auf Tagesgeldkonten oder Konten, von denen "regelmäßig oder wiederholt" Abhebungen vorgenommen werden. Maximal 8.000 Euro pro Jahr der Selbständigkeit können so als Altersvorsorge anerkannt werden. Bereits erworbene Ansprüche aus Pflichtversicherungen zur Alterssicherung für Selbstständige, zum Beispiel im Rahmen einer berufsständischen Versorgungseinrichtung oder der Künstlersozialversicherung, mindern diesen Höchstbetrag.

    Bei Personen, die eine selbstständige Tätigkeit nur im Nebenerwerb ausüben oder ausgeübt haben, soll im Einzelfall entschieden werden, in welchem Umfang Altersvermögen geschützt ist.

    Darüber hinaus soll die Regelung aus § 7 Abs. 1 Alg II-V zur Nichtberücksichtigung von Betriebsvermögen großzügig von den Jobcentern ausgelegt werden. Das bedeutet: In der Regel wird für die Dauer der Pandemie das Betriebsvermögen von selbstständig Tätigen nicht berücksichtigt, wenn es der Fortsetzung der Erwerbstätigkeit dient. Das gilt für Beschäftigte und Auszubildende entsprechend.

    Nach Ablauf der Schonfrist wird vorhandenes Vermögen nach den üblichen Vorschriften berücksichtigt (siehe Kapitel 10 "Wie wird Vermögen angerechnet?" in unserem Ratgeber "Arbeitslosengeld II in Berlin").

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  • Kosten für die Unterkunft und Heizung: In den ersten sechs Monaten des Bewilligungszeitraums werden die Wohnkosten in tatsächlicher Höhe anerkannt, auch wenn die Wohnung aus Sicht des Jobcenters eigentlich zu teuer ("unangemessen") ist. Ausnahme: Wurden bereits im vorangegangenen Bewilligungszeitraum nur die "angemessenen" Wohnkosten vom Jobcenter übernommen, gilt dies auch weiterhin.

    Erst nach Ablauf der Schonfrist darf das Jobcenter Sie auffordern, innerhalb einer Frist von weiteren sechs Monaten Ihre Wohnkosten auf das "angemessene" Maß abzusenken, sollten Ihre tatsächlichen Wohnkosten höher sein als die "angemessenen" Kosten. Maßstab für "angemessene" Wohnkosten sind die Richt- und Grenzwerte sowie Zu- und Abschläge nach den Berliner Ausführungsvorschriften Wohnen (siehe dazu ausführlich Kapitel 5 im Abschnitt 3. "Bedarfe für Unterkunft, Heizung und Warmwasser" im Ratgeber des BALZ "Arbeitslosengeld II in Berlin").

    Die Umsetzung der Vorschriften zu den Kosten für Unterkunft und Heizung aus dem Sozialschutz-Paket für Berlin finden Sie im Rundschreiben Soz Nr. 05/2020 der Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales.

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  • Vorläufige Entscheidung: Wird über Leistungen vorläufig entschieden, zum Beispiel bei selbstständig Tätigen und Personen mit schwankenden oder unsicheren Einkünften, beträgt die Dauer der Bewilligung nunmehr ausnahmslos sechs Monate.

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Für Personen, deren Alg II-Bewilligung vorläufig erfolgte und deren Bewilligungszeitraum in der Zeit vom 1. März 2020 bis zum 31. März 2021 beginnt, gilt außerdem:

  • Die Jobcenter entscheiden nach Ablauf des sechsmonatigen Bewilligungszeitraums nicht abschließend über den Leistungsanspruch – die ursprüngliche Entscheidung bleibt bestehen. Der vorläufige Bescheid wird ein Jahr nach Ende des Bewilligungszeitraums kraft Gesetzes endgültig. Für vorläufige Bewilligungszeiträume, die ab dem 1. April 2021 beginnen, ist die abschließende Entscheidung des Jobcenters wieder als Normalfall vorgesehen.

    Unabhängig davon können Leistungsberechtigte stets eine abschließende Entscheidung beantragen, zum Beispiel, wenn der prognostizierte Gewinn geringer ausgefallen ist als erwartet.

Zur Antragstellung: Unter Umständen können Sie den Antrag auf Alg II nicht persönlich bei Ihrem zuständigen Berliner Jobcenter einreichen, da die persönliche Vorsprache eingeschränkt ist. Der Antrag kann jedoch zunächst auch formlos telefonisch, per E-Mail oder Briefpost beim zuständigen Jobcenter gestellt werden. Einen vereinfachten Alg II-Antrag können Sie auch online stellen.

Dabei gilt es aus unserer Sicht Folgendes zu beachten:

-- Nachweis: Tragen Sie Sorge dafür, dass Sie einen Nachweis über den Zugang Ihres Antrags beim Jobcenter haben! Im Zweifel reicht ein Versand mit einfacher Briefpost, per E-Mail oder als Online-Antrag dafür nicht aus. Die höchste Sicherheit haben Sie, wenn Sie Ihren Antrag mit der Briefpost per Einschreiben versenden. Sie können den Antrag auch im Beisein eines Zeugen in einen Briefumschlag stecken und in den Hausbriefkasten des Jobcenters einwerfen. Oder kombinieren Sie den Versand Ihres Antrags per Briefpost mit einem Versand durch Fax (Sendebericht aufbewahren!) oder E-Mail. Beim Versand einer Kopie per E-Mail sollten Sie das Team-Postfach anschreiben und eine Empfangsbestätigung anfordern. In beiden Fällen sollte ein Hinweis auf die mehrfache Zusendung erfolgen, damit nur ein Antrag bearbeitet wird.

-- Vereinfachter Antrag: Um den Zugang zu den Grundsicherungsleistungen zu erleichtern, können Antragsteller zurzeit einen vereinfachten Antrag nutzen. Sie erhalten das Antragsformular sowie weitere Informationen zum Alg II auf der Seite https://www.arbeitsagentur.de/m/corona-grundsicherung oder im Download-Center der Bundesagentur für Arbeit.

Selbstständige müssen dort zusätzlich die "Vereinfachte Anlage für Einkommen aus Selbstständigkeit" (Anlage KAS) herunterladen, um in verkürzter Form Angaben zu den erwarteten Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben zu machen. Bei Unklarheiten, was zu den Einnahmen und Ausgaben zählt, können Sie sich an der bisherigen Anlage EKS orientieren, die Sie auf https://www.arbeitsagentur.de/formulare-a-z finden.

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1.2  Erleichterter Zugang zum Kinderzuschlag (KiZ)

Für den KiZ gelten folgende Sonderregelungen:

-- Bei Neu- und Folgeanträgen, die in der Zeit vom 1. April 2020 bis zum 31. Dezember 2021 bei der Familienkasse eingehen, sind gemäß § 20 Absatz 6a BKGG die Regelungen für eine vereinfachte Vermögensprüfung anzuwenden. Vermögen wird – abweichend von den üblichen Vorschriften – nur berücksichtigt, wenn es "erheblich" ist. Es gelten die Höchstbeträge wie bei der Grundsicherung für Arbeitsuchende (siehe "1.1 Erleichterter Zugang zur Grundsicherung für Arbeitsuchende"). Es wird vermutet, dass kein erhebliches Vermögen vorhanden ist, wenn Antragsteller das im Antrag erklären.

-- Bewilligungszeiträume, die vor dem 1. Juli 2021 beginnen, können ausnahmsweise mehr als sechs Monate umfassen, wenn die Bearbeitung des Antrags längere Zeit in Anspruch nimmt (§ 20 Absatz 4 BKGG).

Bitte beachten Sie: Eltern erhalten den KiZ nur unter bestimmten Voraussetzungen. Welche Bedingungen das im Einzelnen sind, können Sie in unserem Ratgeber "Arbeitslosengeld II in Berlin" in Kapitel 15 "Der Kinderzuschlag - eine Alternative zum Alg II und Sozialgeld?" nachlesen.

Mit dem interaktiven KiZ-Lotsen der Familienkasse können Sie anhand Ihrer persönlichen Daten und Ihres Einkommens vorab prüfen, ob Sie den KiZ bekommen können.

In einigen Fällen wird die Voraussetzung, dass Hilfebedürftigkeit nach dem SGB II vermieden wird, nur erfüllt, wenn auch Wohngeld bezogen wird. Mit dem Wohngeld-Rechner der Berliner Senatsverwaltung Stadtentwicklung und Wohnen können Sie Ihren Wohngeld-Anspruch prüfen: https://ssl.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/wohngeld/diwoformular.shtml

Der KiZ kann online oder schriftlich bei der für Sie zuständigen Familienkasse beantragt werden.

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1.3 Kostenloses Mittagessen auch bei Lieferung nach Hause

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren, die eine allgemein- und berufsbildende Schule oder eine KiTa besuchen oder für die Kindertagespflege geleistet wird und die Alg II, Sozialgeld oder KiZ erhalten, haben Anspruch auf eine kostenlose Mittagsverpflegung. Voraussetzung war nach den bislang geltenden Regelungen, dass ein gemeinschaftliches Mittagessen angeboten und - bei Schülerinnen und Schülern - die Mahlzeit in schulischer Verantwortung oder aufgrund eines Kooperationsvertrags zwischen Schule und Hort bereitgestellt wurde (§ 28 Abs. 6 SGB II). Mehr dazu im Abschnitt "Bildung und Teilhabe (BuT)" in Kapitel 7 unseres Ratgebers "Arbeitslosengeld II in Berlin".

Da einige Schulen und KiTas ihren Betrieb pandemiebedingt einschränken müssen, verzichtet der Gesetzgeber auf die Bedingung der "Gemeinschaftlichkeit" und auf die Bereitstellung der Mittagsverpflegung in schulischer Verantwortung oder aufgrund eines Kooperationsvertrags. Das bedeutet: Das Mittagessen kann bedürftigen Kindern auch vorübergehend nach Hause geliefert oder als Abholangebot zur Verfügung gestellt werden. Die entsprechenden Aufwendungen sind von den Jobcentern zu übernehmen, auch wenn infolge der Pandemie die Kosten je Mittagessen, zum Beispiel durch Lieferkosten, höher ausfallen als zuvor bei der gemeinschaftlichen Mittagsverpflegung.

Die Sonderregelung soll gelten, solange der Deutsche Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt. Das ist aktuell bis zum 30. Juni 2021 geschehen. Sollte der Bundestag die „epidemische Lage von nationaler Tragweite” verlängern, endet die Sonderregelung spätestens am 31. Dezember 2021.

Rechtliche Grundlagen der Neuregelung sind § 68 SGB II für die Grundsicherung für Arbeitsuchende und § 20 Abs. 7a BKGG für den KiZ.

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2. Leistungen für benachteiligte Schülerinnen und Schüler im Zuge des "Digitalpakts Schule"

Bund und Länder haben am 3. Juli 2020 als Zusatz zur Verwaltungsvereinbarung "Digitalpakt Schule" ein "Sofortausstattungsprogramm" für Schulen im Umfang von insgesamt 550 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Mit dem Geld soll die EDV-Ausstattung in den Schulen verbessert werden, um Schülerinnen und Schülern Online-Lehrangebote für das "Lernen zu Hause" anbieten zu können. Das Programm umfasst auch Hilfen an Schülerinnen und Schüler, die bislang nicht am digitalen Unterricht zu Hause teilnehmen konnten, weil ihnen zum Beispiel kein Laptop, Notebook oder Tablet zur Verfügung steht. Die digitalen Endgeräte werden von den Schulen an die Schülerinnen und Schüler ausgeliehen. Die Kriterien für die Verteilung der Geräte sollen von den Schulen festgelegt werden.

Weitere Informationen zur Umsetzung des "Digitalpakts Schule" in Berlin finden Sie unter: https://www.berlin.de/sen/bildung/schule/digitale-schule/digitalpakt/.

Am 21. September 2020 wurde von Bund und Ländern darüber hinaus verabredet, dass es für alle Schülerinnen und Schüler eine Daten-Flatrate für etwa zehn Euro pro Monat geben soll. Für Bedürftige soll der Tarif kostenlos sein. Aktuell sind die versprochenen kostenlosen Internettarife für benachteiligte Schülerinnen und Schüler noch nicht von der Politik umgesetzt (siehe Tagesspiegel vom 11. Februar 2021).

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3. Weitere Änderungen in Gesetzen und Verordnungen aus Anlass der Corona-Pandemie

3.1 Corona-Prämien für Arbeitnehmer bis 1.500 Euro anrechnungsfrei

Sonderzuwendungen, die Arbeitnehmer in Form von Geld- oder Sachleistungen aufgrund der Corona-Pandemie in der Zeit vom 1. März 2020 bis 30. Juni 2021 von ihren Arbeitgebern erhalten (sogenannte Corona-Prämien), bleiben bis zu einem Gesamtbetrag von 1.500 Euro bei der Berechnung des Alg II, Sozialgeldes und des Kinderzuschlags als Einkommen unberücksichtigt. Die Boni müssen laut Verordnung zusätzlich zum vereinbarten Arbeitslohn gezahlt werden und steuerfrei im Sinne von § 3 Nr. 11a Einkommensteuergesetz sein. Das können zum Beispiel Corona-Prämien für Pflegekräfte in Pflegeeinrichtungen nach § 150a SGB XI, in Krankenhäusern nach § 26a Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG), sonstige entsprechende Leistungen aus den Haushalten des Bundes oder der Länder oder auch Warengutscheine für die Angestellten im Einzelhandel sein.

Die Freistellung von der Einkommensanrechnung ist in § 1 Abs. 1 Nr. 10 Arbeitslosengeld II/Sozialgeld-Verordnung geregelt. 

Prämien, die in dem genannten Zeitraum die Höchstgrenze von 1.500 Euro übersteigen, werden wie Erwerbseinkommen behandelt - vor der Anrechnung auf das Alg II ist gegebenenfalls insbesondere noch ein Erwerbstätigenfreibetrag abzusetzen. Mehr zum Erwerbstätigenfreibetrag erfahren Sie in Kapitel 9 unseres Ratgebers "Arbeitslosengeld II in Berlin" im Abschnitt "2. Einkommen aus Arbeitnehmertätigkeit".

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3.2 Keine Anrechnung des Kinderbonus

Viele Familien werden in der Corona-Krise vom Bund durch einen sogenannten Kinderbonus in Höhe von einmalig 150 Euro je Kind unterstützt. Der Bonus soll Familien zugutekommen, die während der Pandemie besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Bei Besserverdienenden wird der Bonus auf den steuerlichen Kinderfreibetrag angerechnet.

Den Kinderbonus gibt es für jedes Kind, für das im Jahr 2021 in mindestens einem Monat Anspruch auf Kindergeld besteht. Der Bonus wird im Regelfall im Mai 2021 zusätzlich zum Kindergeld von den Familienkassen ausgezahlt. Die Familien müssen die Leistung nicht gesondert beantragen.

Die Sonderzahlung bleibt – wie der Kinderbonus in Höhe von 300 Euro im Jahr 2020 – unberücksichtigt bei Sozialleistungen, deren Zahlung von anderen Einkommen abhängig ist, insbesondere beim Alg II/Sozialgeld, Kinderzuschlag, Unterhaltsvorschuss und Wohngeld.

Gesetzliche Grundlagen der Regelung sind § 66 Abs. 1 Satz 2 und 3 Einkommensteuergesetz und § 6 Abs. 3 Bundeskindergeldgesetz. Die Freistellung von der Einkommensanrechnung ist im "Gesetz zur Nichtanrechnung und Nichtberücksichtigung des Kinderbonus" geregelt.

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3.3 Keine Anrechnung der November- und Dezemberhilfen sowie der Neustarthilfe für Selbstständige als Einkommen

Unternehmen, Solo-Selbstständige und Freiberufler, die infolge der Schließung von Betrieben und Einrichtungen im November und Dezember 2020 direkt oder indirekt Einnahmeausfälle zu verzeichnen haben, können auf Antrag außerordentliche Wirtschaftshilfen des Bundes erhalten. Die sogenannten November- und Dezemberhilfen sind gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 13 Alg II-V nicht als Einkommen beim Alg II und Sozialgeld und daher auch nicht beim Kinderzuschlag zu berücksichtigen.

Nicht als Einkommen zu berücksichtigen ist auch die im Rahmen des Bundesprogramms "Überbrückungshilfe III" gewährte "Neustarthilfe" (§ 1 Abs. 1 Nr. 14 Alg II-V). Die "Neustarthilfe" richtet sich insbesondere an selbstständig tätige Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende und andere Solo-Selbstständige, die aufgrund der Corona-Pandemie Umsatzeinbrüche hinnehmen müssen, aber im Rahmen der "Überbrückungshilfe" keine Fixkosten geltend machen können.

Die „Neustarthilfe“ zählt gemäß § 3 Abs. 1a Alg II-V auch nicht als Betriebseinnahme im Sinne der Alg II-/Sozialgeld-Verordnung. Das bedeutet: Anders als zum Beispiel bei der "Corona-Soforthilfe" beziehungsweise den "Überbrückungshilfen" des Bundes darf die "Neustarthilfe" nicht mit den Betriebsausgaben verrechnet werden. Weitere Informationen zur  Berücksichtigung von "Soforthilfen", "Überbrückungshilfen" und "November- und Dezemberhilfen" des Bundes bei den Betriebsausgaben erhalten Sie unter Nummer 5.2 in diesen Hinweisen.

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3.4 Einmalzahlung an Hilfebedürftige zum Ausgleich coronabedingter Mehraufwendungen

Personen, die Alg II oder Sozialgeld nach den Regelbedarfsstufen 1 (2021: 446 Euro im Monat) oder 2 (2021: 401 Euro) beziehen, erhalten vom Jobcenter zusätzlich zu ihren Grundsicherungsleistungen einmalig einen nicht anrechenbaren Geldbetrag in Höhe von 150 Euro, wenn sie für den Monat Mai 2021 einen Leistungsanspruch haben (§ 70 SGB II). Anspruchsberechtigt sind Alleinstehende, Alleinerziehende und volljährige Partner in Bedarfsgemeinschaften.

Alg II- und Sozialgeldbezieher in der Regelbedarfsstufe 3 (2021: 357 Euro), zum Beispiel Kinder zwischen 18 und 24 Jahren, die in einer Bedarfsgemeinschaft mit ihren Eltern leben, erhalten die Einmalzahlung ebenfalls, wenn im Monat Mai bei ihnen kein Kindergeld als Einkommen berücksichtigt wird. Hintergrund der Regelung ist, dass für Kinder, für die ein Anspruch auf Kindergeld besteht, die Zahlung eines Kinderbonus (siehe Punkt 3.2) in gleicher Höhe vorgesehen ist.

Die Regelung ist Bestandteil des sogenannten Sozialschutz-Pakets III. Die Einmalzahlung ist gedacht als Ausgleich für die mit der Corona-Pandemie in Zusammenhang stehenden Mehraufwendungen im 1. Halbjahr 2021. Ein Nachweis konkreter Mehraufwendungen ist nicht erforderlich.

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3.5 Keine Anrechnung von sogenanntem Maskengeld

Finanzielle Zuschüsse für Hygiene- oder Gesundheitsartikel im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ("Maskengeld"), die von Ländern oder vom Bund gewährt werden, sind nicht als Einkommen zu berücksichtigen (§ 1 Abs. 1 Nr. 15 Alg II-V). Als Hygiene- oder Gesundheitsartikel kommen zum Beispiel medizinische Masken, Desinfektionsmittel oder kleinere Medizinprodukte des Alltags, wie Fieberthermometer, in Betracht. Die Regelung betrifft Personen im Bezug von Alg II, Sozialgeld oder Kinderzuschlag.

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4. Sonderregelungen zum Berlin-Pass und zum Berlin-Ticket S

Der Berlin-Pass ermöglicht unter anderem Empfängern von Grundsicherungsleistungen oder Wohngeld den vergünstigten Zugang zu Kultur-, Bildungs-, Sport- und Freizeitangeboten. Mit dem Berlin-Pass bekommen diese Personen auch das Berlin-Ticket S für 27,50 Euro monatlich für Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln innerhalb Berlins (Tarifbereich AB).

Es gelten vorübergehend folgende Regelungen:

"Aufgrund der Corona bedingten Einschränkungen haben die Bürgerämter den berlinpass seit März 2020 bis Januar 2021 nicht neu ausgestellt oder verlängert.

Ab Februar 2021 werden stufenweise wieder berlinpässe durch die Bürgerämter ausgestellt. Anspruchsberechtigte Personen, die ab März 2021 erstmalig oder erneut Leistungen bewilligt erhalten, können einen berlinpass beantragen. Die Antragstellung und Ausgabe der berlinpässe erfolgt ausschließlich per Post. Weitere Informationen dazu finden Sie in der Dienstleistungsdatenbank.

Wenn der Leistungszeitraum vor dem 1. März 2021 begonnen hat, kann noch kein neuer berlinpass beantragt werden. In diesem Fall behält der im Zeitraum ab März 2020 abgelaufene berlinpass zunächst weiterhin seine Gültigkeit. Der Erwerb des Berlin-Ticket S ist auch mit einem abgelaufenen berlinpass möglich. In diesen Fällen kann unverändert die berlinpass-Nummer auf dem Berlin-Ticket S eingetragen werden. Die Vorlage eines aktuellen Leistungsbescheides ist hier nicht erforderlich.

Anspruchsberechtigte Personen, die bisher nicht im Besitz eines berlinpass sind, müssen den Leistungsbescheid im Original mit sich führen und ihre Bedarfsgemeinschaftsnummer, das Aktenzeichen oder die Wohngeldnummer auf dem Berlin-Ticket S eintragen.

Diese abweichende Verfahrensweise gilt auch für die Nutzung von privaten und staatlichen Angeboten in den Bereichen Sport, Freizeit, Kultur und Bildung. Für die Nutzung des vergünstigten oder kostenlosen Eintritts ist der abgelaufene berlinpass (wenn vorhanden) und eine Kopie des aktuell gültigen Leistungsbescheids vorzulegen.

Das Verfahren ist befristet bis zum 30. Juni 2021."

(Quelle: https://www.berlin.de/sen/soziales/soziale-sicherung/berlinpass/).

Bitte beachten Sie: Diese Sonderregelung findet keine Anwendung beim Berlin-Pass-BuT. Der Berlin-Pass-BuT für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets Leistungen erhalten, wird unverändert von der zuständigen Leistungsstelle verlängert oder neu ausgestellt.

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5. Weisungen der Bundesagentur für Arbeit

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat in internen Weisungen weitere Regelungen für Alg II-Bezieher im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie getroffen. Die Weisungen geben die Rechtsaufassung der BA zu einzelnen Rechtsnormen wieder und sind für die Mitarbeitenden der BA und der Jobcenter, die von den Kommunen und der örtlichen Agentur für Arbeit als gemeinsame Einrichtungen betrieben werden, verbindlich. Zu den BA-Regelungen aus Anlass der Pandemie gehören unter anderem:

5.1 Alg II in der Quarantäne?

Personen, die sich wegen einer Erkrankung oder des Verdachts einer Erkrankung mit dem Erreger COVID-19 in einer von den bezirklichen Gesundheitsämtern angeordneten – in der Regel häuslichen – Quarantäne befinden, erhalten weiterhin Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende (siehe BA-Weisung, Nummer 2.12.1). In diesen Fällen besteht grundsätzlich kein Leistungsausschluss nach § 7 Absatz 4 SGB II, da weder ein Aufenthalt in einer "stationären Einrichtung" noch ein Aufenthalt in einer "Einrichtung zum Vollzug richterlich angeordneter Freiheitsentziehung" vorliegt.

Ist es diesen Personen nicht möglich, verlangte Dokumente oder andere Nachweise vorzulegen, können Entscheidungen von den Jobcentern auch vorläufig getroffen werden (siehe BA-Weisung, Nummer 2.7 Absatz 5).

Sofern nach Rückkehr aus einem genehmigten Urlaub ("Ortsabwesenheit") eine häusliche Quarantäne erforderlich ist, führt diese alleine nicht dazu, dass der Leistungsanspruch entfällt. Der Leistungsanspruch soll auch fortbestehen, solange Leistungsberechtigte an der Ausreise aus dem Urlaubsland zum Beispiel wegen einer nachgewiesenen Quarantäne gehindert sind und eine Heimreise nicht möglich ist. Nach Wegfall des Hinderungsgrundes muss dann allerdings eine zeitnahe Rückkehr erfolgen (BA-Weisung, Nummer 2.11).

Leistungsberechtigte, die sich nicht an die behördlich angeordneten Isolationsmaßnahmen halten, können gemäß Infektionsschutzgesetz auf richterliche Anordnung zwangsweise in einem abgeschlossenen Teil eines Krankenhauses oder in einer sonstigen abgeschlossenen Einrichtung untergebracht werden. "Bei einer solchen richterlich angeordneten Quarantänemaßnahme liegt ein Leistungsausschluss nach § 7 Absatz 4 Satz 2 SGB II vor" (siehe BA-Weisung, Nummer 2.12.2). Der Leistungsausschluss gilt dann ab dem ersten Tag der Unterbringung.

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5.2 Berücksichtigung von Corona-Wirtschaftsthilfen beim Alg II

Bund und Länder gewähren Unternehmen, Solo-Selbstständigen und Freiberuflern Wirtschaftshilfen, um die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern. Grundsätzlich werden die Hilfen als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt. Inwieweit diese bei der Berechnung des Alg II dann berücksichtigt werden, hängt insbesondere von der Zweckbestimmung der Finanzhilfen ab.

Nach Weisungslage der Bundesagentur für Arbeit (siehe BA-Weisung, Nummer 2.4) handelt es sich bei der "Corona-Soforthilfe", die vom Bund im Frühjahr 2020 ausgezahlt wurde, und den zeitlich folgenden "Überbrückungshilfen I, II und III" des Bundes um sogenannte zweckbestimmte Einnahmen.

Voraussetzung dafür ist, dass diese Leistung aufgrund einer öffentlich-rechtlichen Vorschrift zu einem anderen Zweck als das Alg II erbracht wird (§ 11a Abs. 3 Satz 1 SGB II). Das ist bei der Corona-Soforthilfe und den Überbrückungshilfen des Bundes der Fall: Die Zuschüsse sollen die voraussichtlichen Kosten des Betriebs für in der Regel drei oder fünf Monate – ausdrücklich aber nicht die Lebenshaltungskosten oder die Wohnkosten der Antragsteller – abdecken. Sofern sich später herausstellt, dass der Sach- und Finanzaufwand des Betriebs oder die tatsächliche Umsatzeinbuße doch geringer war und die Zuschüsse zur Deckung der Betriebskosten in dem vorausgesagten Umfang nicht benötigt wurden, sind Antragsteller zur Rückzahlung der überzahlten Beträge verpflichtet.

Als zweckbestimmte Einnahmen werden Wirtschaftshilfen von den Jobcentern nur als Betriebseinnahmen berücksichtigt, soweit sie zur Deckung von Betriebsausgaben dienen. Konkret werden die Wirtschaftshilfen den Betriebsausgaben aus den Monaten gegenübergestellt, für die die Hilfen gewährt werden.

(Anmerkung: Die Weisungen lassen viele Fragen offen. Auch gehen sie davon aus, dass die zweckbestimmten Einnahmen stets in voller Höhe die Betriebsausgaben mindern. Dies erscheint uns fragwürdig. Denn einige Betriebsausgaben waren bei der überwiegenden Anzahl der Coronahilfen gar nicht förderungsfähig, zum Beispiel die meisten Investitionen. Die Anrechnung der zweckbestimmten Einnahmen wäre daher unseres Erachtens auf die Teile der Betriebsausgaben zu beschränken, für die die Förderung gewährt wurde.)

Nach der Weisung soll wie folgt verfahren werden:

Zunächst sind die Betriebsausgaben aus der Corona-Hilfe zu bestreiten. Daraus ergeben sich zwei Möglichkeiten:

-- Die Corona-Hilfen decken oder übersteigen die tatsächlichen Betriebsausgaben

In diesem Fall wird der Teil der Corona-Hilfen, der die Betriebsausgaben übersteigt, nicht als Einkommen angerechnet. Allerdings werden dann weitere Einnahmen aus dem Betrieb, die nicht mehr zur Deckung der Betriebsausgaben benötigt werden, - nach Abzug von Frei- und Absetzbeträgen - als Einkommen angerechnet.

-- Die Corona-Hilfen sind geringer als die tatsächlichen Betriebsausgaben

In diesem Fall werden nur die über den Corona-Hilfen liegenden Betriebsausgaben von vorhandenen Betriebseinnahmen abgezogen. Bei dem daraus ermittelten Gewinn sind noch die Frei- und Absetzbeträge nach dem SGB II zu berücksichtigen.

In gleicher Weise soll mit der “Novemberhilfe” und der “Dezemberhilfe” verfahren werden (siehe BA-Weisung, Nummer 2.4.2).

Welche Frei- und Absetzbeträge von den Betriebseinnahmen abgesetzt werden können sowie weitere Details zum Anrechnungsverfahren bei Selbstständigkeit, können Sie in unserem Ratgeber "Arbeitslosengeld II in Berlin" in Kapitel 9 im Abschnitt 3. „Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit“ nachlesen.

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5.3 Keine Sanktionen bei coronabedingten, wichtigen Gründen

Im Zuge der Rückkehr zur "Normalität" und der schrittweisen Öffnung der Arbeitsverwaltung für den Publikumsverkehr versenden die Jobcenter wieder vermehrt Meldeaufforderungen, Vermittlungs"vorschläge" und Zuweisungen in Maßnahmen mit Rechtsfolgenbelehrungen.

Rechtsfolgenbelehrungen sind eine wichtige Voraussetzung, damit Jobcenter Leistungsminderungen, sprich: Sanktionen, bei Meldeversäumnissen (§ 32 SGB II) oder bei der Ablehnung von Vermittlungsangeboten oder anderen Pflichtverletzungen (§ 31 SGB II) verhängen dürfen. Mehr zu den Voraussetzungen sowie zur Dauer und Höhe von Sanktionen erfahren Sie in Kapitel 12 unseres Ratgebers "Arbeitslosengeld II in Berlin".

Sanktionen dürfen nicht erteilt werden, wenn Leistungsberechtigte einen wichtigen Grund für ihr Verhalten darlegen können, zum Beispiel dafür, dass sie einen Meldetermin beim Jobcenter nicht wahrnehmen konnten.

Wichtige Gründe liegen laut Bundesagentur für Arbeit (siehe BA-Weisung, Nummer 2.13) aus Anlass der Corona-Pandemie insbesondere vor, wenn Leistungsberechtigte in der Anhörung oder im Widerspruchsverfahren nachweislich oder glaubhaft vortragen, dass
-- sie unter Quarantäne gestanden haben,
-- die Betreuung ihrer Kinder nicht gewährleistet war, etwa wegen der Schließung von Kindertagesstätten oder Schulen, oder
-- sie zu einer sogenannten Risikogruppe aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen gehören. Die Weisungen beziehen sich hier auf Informationen des Robert-Koch-Instituts, in denen beispielsweise Personen ab einem Alter von 50 bis 60 Jahren mit einer oder mehreren vorbestehenden Grunderkrankungen wie etwa Herzkreislauferkrankungen, Krebserkrankungen, Diabetes oder Erkrankungen des Atmungssystems als Risikogruppe identifiziert werden.

Auch gegebenenfalls vorhandene gesundheitliche Risiken durch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sind zu berücksichtigen.

Bei der Beurteilung, ob ein wichtiger Grund vorliegt, kommt es auf die Umstände des Einzelfalls an.

Bereits vor der Übermittlung von Meldeaufforderungen oder Stellenangeboten an die „Kunden“ oder vor dem Abschluss von Eingliederungsvereinbarungen sollen die Jobcenter prüfen, ob entsprechende Aufforderungen und Angebote zumutbar sind, insbesondere mit Rücksicht auf die Situation von Risikogruppen. Vermittler sollen deshalb gegebenenfalls vorab telefonisch mit den „Kunden“ in Kontakt treten.

Sollten aufgrund der Corona-Pandemie persönliche Anhörungen (§ 24 SGB X) im Jobcenter nicht möglich sein, sind Meldeversäumnisse oder Pflichtverletzungen, so die BA-Weisung, nicht zu sanktionieren. Begründung: Ohne die Möglichkeit der persönlichen Vorsprache könne es geschehen, dass wichtige Gründe oder unzumutbare Härten von Leistungsberechtigten nicht ausreichend geltend gemacht werden. 

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5.4 Vermittlerische Betreuung von Selbstständigen und Arbeitnehmern in Kurzarbeit, die pandemiebedingt Alg II erhalten

Arbeitnehmer, die aufgrund der Corona-Pandemie in Kurzarbeit beschäftigt sind und deshalb auf Alg II angewiesen sind, sollen bis zur Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit regelmäßig nicht in Arbeit vermittelt oder vermittlerisch betreut werden. Das Gleiche gilt für Selbstständige, die ihre Tätigkeit aufgrund der Corona-Pandemie einschränken müssen und nach Wegfall der pandemiebedingten Einschränkungen voraussichtlich wieder fortführen können (siehe BA-Weisung, Nr. 2.14). [Anmerkung: Die Erfahrungen aus unserer Beratungspraxis zeigen, dass diese Weisung so nicht immer umgesetzt wird.]

Die Vermittlung in Arbeit kann von diesen Personen jedoch selbst gewünscht werden. Dann ist auch eine Förderung möglich. Zum Beispiel können Selbstständige, die ihre Tätigkeit wieder aufnehmen und deren Selbstständigkeit als tragfähig eingeschätzt wird, Sachzuschüsse oder -darlehen (§ 16c SGB II) vom Jobcenter erhalten.

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6. Anträge und Informationen im Internet

Zum Alg II

-- Vereinfachter Alg II-Antrag und Anlage KAS
www.arbeitsagentur.de/download-center
(Mit Merkblatt und Ausfüllhinweisen zum Alg II/Sozialgeld. Beachten Sie: Die Ausfüllhinweise beziehen sich nicht auf den vereinfachten Antrag, sondern auf den regulären Alg II-Antrag.)

-- Weitere Anlagen zum Antrag Alg II
www.arbeitsagentur.de/formulare-a-z

-- Alg II mit vereinfachtem Antrag online beantragen
www.arbeitsagentur.de/m/corona-grundsicherung 

-- Informationen der Bundesagentur für Arbeit zur Grundsicherung für Arbeitsuchende in Corona-Zeiten
www.arbeitsagentur.de/corona-faq-grundsicherung

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Zum Kinderzuschlag

-- KiZ-Lotse
www.arbeitsagentur.de/familie-und-kinder/kiz-lotse
(Hier können Sie vorab anhand eines interaktiven Videos prüfen, ob gegebenenfalls ein Anspruch auf KiZ besteht.)

-- Kinderzuschlag online beantragen
https://con.arbeitsagentur.de/prod/kiz/ui/einstieg oder 
https://familienportal.de/familienportal/rechner-antraege/kiz-digital

-- Alternativ: Die Antragunterlagen für den KiZ auf Papier
www.arbeitsagentur.de/familie-und-kinder/downloads-kindergeld-kinderzuschlag#1478810749346
(inklusive Merkblatt und Ausfüllhinweise zum KiZ)

-- Informationen zum Kinderzuschlag
https://www.arbeitsagentur.de/familie-und-kinder/kinderzuschlag-anspruch-hoehe-dauer
https://familienportal.de/familienportal/familienleistungen/kinderzuschlag

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Download des Beitrags

-- Deutsch (PDF, 271 KB): Ergänzungen zum Ratgeber "Arbeitslosengeld II in Berlin" in Corona-Zeiten (Stand: 1. April 2021)

-- Englisch (PDF, 241 KB): Supplementary information on the guidebook "Unemployment Benefit II in Berlin" in Corona times (as of 01 April 2021)

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